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Campus Galli bei Meßkirch, eine Zeitreise ins frühe Mittelalter nahe dem Bodensee

Mit der Bodensee Card PLUS ist ein einmaliger Eintritt enthalten.



Wer rund um den Bodensee unterwegs ist, denkt zuerst an Wasser, Weinberge, Alpenblick und charmante Orte am Ufer. Doch nur etwa eine Stunde vom See entfernt wartet ein Ausflugsziel, das eine ganz andere Zeitreise ermöglicht. In der Nähe der kleinen Stadt Meßkirch entsteht seit 2013 ein außergewöhnliches Projekt: die karolingische Klosterstadt Campus Galli.


Hier wird Geschichte nicht nur erklärt, sondern gebaut. Schritt für Schritt entsteht eine mittelalterliche Klosteranlage, errichtet ausschließlich mit Techniken und Werkzeugen, wie sie vor rund 1200 Jahren verwendet wurden.


Für Gäste des Bodensees ist Campus Galli deshalb ein besonderer Geheimtipp. Wer sich für Geschichte, Handwerk oder das frühe Mittelalter interessiert, erlebt hier eine faszinierende Ergänzung zum klassischen Seeprogramm.


Eine Vision aus dem 9. Jahrhundert

Die Grundlage für Campus Galli ist ein einzigartiges historisches Dokument: der St. Galler Klosterplan.


Dieser Plan entstand um das Jahr 825 vermutlich auf der Insel Reichenau und gilt als älteste erhaltene Architekturzeichnung des Mittelalters. Er zeigt eine ideale Klosteranlage der Karolingerzeit mit Kirche, Werkstätten, Landwirtschaft, Gästehäusern und zahlreichen Wirtschaftsgebäuden.

Interessant ist: Dieses Kloster wurde damals nie gebaut.

Erntedankteppich Otterswang

Eine lebendige Baustelle statt eines Museums

Wer Campus Galli besucht, betritt kein klassisches Museum und auch keinen Mittelaltermarkt.

Man bewegt sich vielmehr über eine große Baustelle im Wald. Auf geschotterten Wegen gelangt man von Werkstatt zu Werkstatt und kann den Handwerkern direkt bei der Arbeit zusehen.


Zu den wichtigsten Bereichen gehören unter anderem


• Schmiede
• Töpferei
• Korbmacherei
• Steinmetzwerkstatt
• Weberei
• Schindelmacherwerkstatt
• Drechslerei


Hier entstehen Nägel, Keramik, Körbe, Holzschüsseln, Werkzeuge oder Dachschindeln genauso wie im frühen Mittelalter.

Auch Landwirtschaft spielt eine große Rolle. Gärten mit mittelalterlichen Pflanzen, Nutztiere und ein Heilkräutergarten zeigen, wie sich ein Kloster damals selbst versorgt hat.


Gebäude, die bereits entstanden sind

Seit dem Start im Jahr 2013 ist bereits eine ganze Reihe von Bauwerken entstanden.


Dazu gehören unter anderem


• eine Holzkirche mit Glockenturm
• die große Kornscheune
• der Paradiesgarten mit Friedhofsmauer
• ein Gemüsegarten nach historischem Vorbild
• mehrere Handwerkerhütten
• ein Hühnerhaus
• Werkstätten und Landwirtschaftsgebäude


Besonders spannend ist auch der markierte Grundriss der geplanten großen Klosterkirche. Er zeigt eindrucksvoll, welche Dimensionen die Anlage einmal erreichen soll.


Die Bauzeit des gesamten Projekts wird auf mehrere Jahrzehnte geschätzt.


Warum Campus Galli auch für Bodensee-Gäste spannend ist

Historisch gehört der Bodenseeraum zu den wichtigsten Regionen der mittelalterlichen Klosterkultur Europas.

Mit der Insel Reichenau und der Stiftsbibliothek St. Gallen liegen zwei UNESCO-Welterbestätten nur wenige Kilometer entfernt.

Viele Ideen, die dort im frühen Mittelalter entstanden, prägen bis heute unsere Kultur: Landwirtschaft, Bildung, Architektur, Schriftkultur und Handwerk.

Campus Galli macht genau diese Welt wieder sichtbar.

Wer also rund um den Bodensee unterwegs ist und sich für die Geschichte dieser Region interessiert, findet hier einen Ort, an dem sich Vergangenheit erstaunlich lebendig anfühlt.


Besucherinformationen

Adresse
Hackenberg 92
88605 Meßkirch

Saison 2026

27. März bis 24. Oktober
Dienstag bis Sonntag
10 bis 18 Uhr


28. Oktober bis 1. November
10 bis 17 Uhr


Montags geschlossen (außer Feiertage)


Eintritt 2026 ca.

Erwachsene 14 Euro Ermäßigt 11 Euro

Kinder 6 bis 15 Jahre 8 Euro

Familienticket 32 Euro

Kinder unter 6 Jahren frei



Mit der Bodensee Card PLUS ist ein einmaliger Eintritt enthalten.


Praktische Hinweise für Besucher

Das Gelände liegt mitten im Wald. Die Wege sind geschottert und teilweise uneben. Für Kinderwagen oder Rollstühle ist der Besuch deshalb nur eingeschränkt geeignet.


Hunde dürfen angeleint mitgebracht werden.

Auf dem Marktplatz gibt es eine kleine Gastronomie mit regionalen Speisen wie Linseneintopf, Honigkuchen, Dennetle oder Klosterwurst.

Fotografieren ist für private Zwecke erlaubt.


Ein besonderer Tagesausflug im Bodenseeraum

Viele Gäste verbinden den Bodensee mit Natur, Schifffahrt oder historischen Städten wie Konstanz, Lindau oder Meersburg.

Campus Galli zeigt eine ganz andere Seite der Region.


Hier geht es nicht um Postkartenidylle, sondern um ein Stück europäischer Kulturgeschichte, das Schritt für Schritt wieder sichtbar wird.

Wer sich Zeit nimmt, durch die Werkstätten zu gehen, den Handwerkern zuzusehen und den Geruch von Holz, Feuer und Lehm einzuatmen, bekommt eine Ahnung davon, wie das Leben im frühen Mittelalter wirklich gewesen sein könnte.

Und genau deshalb ist Campus Galli ein Ausflugsziel, das man Bodensee-Gästen guten Gewissens empfehlen kann.